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Montag, 16. März 2009

Jim Cramer on Jon Stewart's show

Vielleicht muss man das erklären: Jim Cramer hat eine Show im US-Fernsehen mit dem zu diesen Zeiten passenden Namen "Mad Money", in der er wie in einem Hobbyzimmer für überkokste Investment Banker steht, rumspringt und die Kamera anschreit, man möge doch bitte diese Aktien verkaufen (Sell, sell, sell!!) oder möglichst jene Fonds kaufen, um dann in einer Videoschnitt-Geschwindigkeit von einem Gedanken alle zwei Sekunden zu erklären, warum das auch noch sinnvoll sei. Dieser Marktschreier des Turbokapitalismus, auf den nun alle schauen, als hätten wir ihn schon hinter uns (nicht den Marktschreier), wird jetzt interviewt von dem vielleicht besten politischen Journalisten der USA, Jon Stewart.

Der etwas merkwürdige Twist an dieser ganzen Geschichte ist nur, dass Jon Stewart eigentlich ein Comedian ist und seit neun Jahren eine Art CNN-Parodie als Comedy-Show moderiert. Erstaunlich an diesem Mann ist die Tatsache, dass ihn sein Job, der darauf abzielt, die absurde Szenerie US-amerikanischer Politik satirisch auf die Spitze zu treiben, zu einem präzise analysierenden und messerscharf fragenden Journalisten gemacht hat. Stewarts Interviews sind legendär, weil bissig, authentisch und hochkonzentriert. Dass diese Konstellation auch noch unterhaltsam ist (und zwar schon seit Jahren mehr als die etwas abgehangenen Late-Night-Dinosaurier Leno und Lettermann), bleibt wohl das ewige Alleinstellungsmerkmal US-amerikanischer Unterhaltungsindustrie, die eben doch meistens ein paar Neuronen weiter ist als der Rest.

Enjoy.

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Von kämpferischen Frauen und vermummten Ninjas

Ein Abend in dem vielleicht interessantesten Keller Berlins

Ein Freitag Abend in La Cueva, Berlin Kreuzberg. Keine Kneipe, kein Restaurant, keine Disco, sondern die Alternative der Latinoszene im Berliner Kultur- und Nachtleben. Maria, Besitzerin und Kraftzentrum von La Cueva, begrüßt ihre Gäste wie immer mit ausgebreiteten Armen, einem kubanisch-mütterlichen Bühnen-Lächeln und dem obligatorischen Satz: „Heute Abend werden wir etwas ganz Besonderes erleben und ich freue mich, dass ihr alle gekommen seid.“

Wer hier rein will, muss den Weg kennen und deshalb beginnt jeder La Cueva-Abend mit dem aufregenden Gefühl, an etwas Unverbrauchten teilzuhaben, das von niemandem katalogisiert wird und das man nicht auf Google Maps oder in den Event-Zeitschriften der Stadt findet. Am Rand der Kreuzberger Oranienstraße, da wo die Szenekneipen des Viertels abgelöst werden von unscheinbaren Nachkriegsbauten mit Videotheken, Alt-Berliner Spelunken und Autohäusern, steht man vor einer schäbigen Eingangstür zu einem Wohnhaus und schaut auf die Klingel. Wer es weiß, erkennt dort auf dem untersten Schild die Wörter „La Cueva“ – die Höhle –, geht durch einen herunter gekommenen Hausflur auf den Hinterhof und steht im Dunkel. Hier gibt es nichts, was darauf hinweisen könnte, dass man gleich einen der ungewöhnlichsten und lebendigsten Orte des Berliner Nachtlebens betritt. Nur eine kleine Steintreppe, die zu etwas führt, was früher wohl einmal ein Kartoffel- oder Kohlekeller gewesen sein muss. Es scheint ein wenig Licht nach oben und nach ein paar Schritten runter in dieses unbekannte Loch hört man erleichtert Stimmen oder Musik und folgt dem weichen Licht durch einen kleinen Tunnel aus schwerem, roten Samt vorbei an einer poppigen Kunstinstallation, die an einen Jackson Pollock aus Strickfäden erinnert. Jetzt ist man drin, in La Cueva, und schaut durch dumpfes Licht auf Sitzgruppen, eine kleine Bühne, Plakate an den Wänden. Um die Ecke ein kleiner Tresen, von wo ein paar Studenten gerade mit Becks und Rum bewaffnet zurückkehren.

Normalerweise präsentieren die beiden Gründer Maria Magdalena González Atao, die kubanische Schauspielerin und Tänzerin, und der Peruaner Luis Meneses hier in diesem Keller, der alles sein will, nur kein angemeldeter Gastronomiebetrieb, lateinamerikanische Musiker und Tänzer. Die geben in den verrauchten und durchtanzten Nächten dieser wunderbaren Höhle After-Show-Parties, die zumeist besser sind als ihre eigentlichen Konzerte ein paar Stunden zuvor. Für viele Latinos ist dieser Ort deshalb auch einfach die beste Probebühne Berlins. Doch heute Abend geht es um grenzüberschreitende Literatur- und Filmprojekte und so übergibt Maria das Mikrophon an den Übersetzer und Schriftsteller Timo Berger und an die bolivianische Kunstagentin und Dichterin Rery Maldonado. Diese führen in den kommenden drei Stunden durch einen Abend, der heterogener nicht sein könnte und darin so typisch für diesen Ort wie für diese Stadt ist. Nicht umsonst hat sich Berlin in den letzten Jahren den Ruf erarbeitet, ein Mekka der jungen internationalen Kunst- und Kulturszene geworden zu sein. Die Gründe dafür sind schnell erklärt: keine Stadt in Deutschland ist stärker durchmischt von Menschen der unterschiedlichsten Kulturen. Keine Großstadt in Europa ist dabei gleichzeitig so billig und geräumig wie Berlin.

Als erstes kommen Roxana Crisólogo und Victoria Guerrero auf die Bühne, zwei peruanische Feministinnen, von denen die eine seit Jahren in Helsinki, die andere in Boston lebt. Guerrero, eine kleine und energische Frau mit dem konzentrierten Blick einer Kämpferin und den Zöpfen eines jungen Mädchens, stellt gleich zu Beginn die neueste Ausgabe ihrer Zeitschrift Intermezzo Tropical vor. Seit 2003 erscheint dieses hybride und gut gelayoutete Heft als eine Mischung aus kulturwissenschaftlichem Fachblatt und Avantgarde-Organ einer jungen Generation lateinamerikanischer Künstler, Publizisten und Intellektueller. Hier finden sich gleichberechtigt kulturkritische Essays zur Geschichte des peruanischen Populismus neben soziologischen Reflexionen zur Generation 68, Literatur-Rezensionen folgen auf Gedicht-Zyklen und mitten drin gibt es Bildstrecken zeitgenössischer Kunst und Fotografie. Worum es den Herausgebern um Victoria Guerrero aber vor allen Dingen geht, ist eine kritische Gegenöffentlichkeit herzustellen, die auf den Mainstream der peruanischen Medien und Politik mit einem Chor unabhängiger Stimmen antwortet, die zum Teil – wie auch die Herausgeberin selber – aus ihrem freiwilligen Exil von außen auf ihr Land schauen.

Eine ähnliche Haltung von politischer Reflexion und kritischer Kunst findet sich in den Arbeiten der Lyrikerin, Politologin und Juristin Roxana Crisólogo, die nach ihrem 2006 erschienen Gedichtband Ludy D über eine Aktivistin des Sendero Luminoso 2007 die Anthologie Memorias in santas zusammen mit dem Dichter Miguel Ildefonso herausgegeben hat. In diesem Band präsentiert Crisólogo Gedichte von peruanischen Schriftstellerinnen, die sich mit dem Thema der politischen Gewalt auseinandersetzen, eine Thema, das sich auch in den Aktivitäten des „Programa Democracia y Transformación Global“ (Program for Democracy and Global Transformation) widerspiegelt, das Crisólogo 2003 an der Universidad Nacional Mayor de San Marcos in Lima mit begründet hat.

Roxana Crisólogo stellt ihre literarischen und publizistischen Arbeiten hier in La Cueva nicht zum ersten Mal einem Berliner Publikum vor. Der Organisator des Abends Timo Berger hatte sie zusammen mit elf anderen Autoren schon im Sommer 2006 nach Deutschland geholt um im Rahmen des mobilen lateinamerikanischen Poesie-Festivals latinale zehn Tage lang durch mehrere deutsche Städte zu reisen und dabei Lesungen und Autorenworkshops zu veranstalten. Ein Projekt mit großem Erfolg: Die latinale geht dieses Jahr bereits in die dritte Runde und wird wohl wieder neue und außergewöhnliche Autorinnen und Autoren aus Lateinamerika einem deutschen Publikum vorstellen, das diese noch kaum wird kennen können, handelt es sich doch bei den meisten um eine junge Generation unabhängiger Künstler und Intellektueller, denen der starre spanischsprachige Buchmarkt nur wenige Nischen zur Entfaltung lässt. Doch gerade das macht die latinale für Berlin und für das Lateinamerika-interessierte, deutsche Publikum so wichtig: nur transnationale und kultuverbindende Anstrengungen wie diese machen es möglich, dass der geistige und literarische Austausch über Sprach- und Buchmarktgrenzen hinaus zeitgemäß und fruchtbar bleibt.

Und als der erste publizistische Teil des Abends in La Cueva zu Ende geht und Platz macht für den Film, da kommen drei junge Männer auf die kleine Bühne, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten: zuerst der Russe Dmitri Dergatchev, dann der durch sein Ninjakostüm halb vermummte Vietnamese Truong Ngu und schließlich der Bolivianer Edmundo Bejarano. Zusammen bilden sie das frisch gegründete Independent-Filmlabel Brunnenstraße Productions, das an diesem Arbeit erste Ausschnitte seiner Premierenfilme zeigen wird. Und Edmundo Bejarano ist es, der nicht nur als erster das Wort ergreift und sich in launischen Plaudereien die Symphathie des Publikums erwirbt. Er stellt auch als erstes einen Ausschnitt aus einem seiner diversen Projekte vor: ein Dokumentarfilm über Fabian Casas, Autor der ersten Latinale 2006 und seit kurzem Anna-Seghers-Preisträger, einem hoch dotierten deutschen Literaturpreis, der ihm letzten Herbst in der Berliner Akademie der Künste verliehen wurde. Das hindert Bejarano freilich nicht daran, Casas ungeniert mit seiner Kamera bis auf das Pissoir zu begleiten und bei den Gängen durch die feine Akademie geschickt die Blickrichtungen des Autors mit denen der Kamera zu verschränken.

Dergatchev, ein Animationskünstler, und Ngu, ein Experimentalfilmer, stellen danach ihre Filme vor, aber den Projekten fehlt es ein wenig an Wirkung und Tiefe, denn sie vertrauen mehr auf das Spiel der Bilder als auf eine Geschichte, die sie mit diesen Bildern erzählen könnten. Das La Cueva-Publikum scheint sich daran allerdings nicht zu stören und bedankt sich mit langem Applaus und neuen Becksrunden an der Theke. Wer jetzt noch will, tanzt mit Maria kubanischen Son und trinkt sich durch die Nacht. Ein paar Frauen diskutieren in einer Runde die Rolle der intellektuellen Eliten in Lateinamerika, an einem Tisch gewinnt Timo Berger einen Freund für ein neues Übersetzungsprojekt mit brasilianischen Schriftstellern. Luis Meneses, der stille Luis, der in seinem Leben schon Musiker, Maler, Bühnenbildner und Journalist war, kümmert sich wie immer um die Technik und räumt ein paar Sachen in den zugestellten Backstagebereich dieses Ortes, der keine Bar ist, keine Disco und kein Restaurant, sondern vielleicht einfach nur der interessanteste Keller Berlins.

La Cueva
http://www.lacueva-berlin.de/

Roxana Crisólogo
http://www.roxanacrisologo.com/

Programa Democracia y Transformación Global
http://www.democraciaglobal.org/

Latinale – mobiles lateinamerikanisches poestiefestival
http://www.latinale.de/

Brunnenstraße Productions
http://www.youtube.com/user/brunnenstrasseprod

Freitag, 31. Oktober 2008

Freitag, 7. März 2008

Yes, the U.S. can.



This is not just eloquent rethorics. This is new and inspiring leadership. This is a chance to regain confidence in a country and its governance that has done everything to spoil it. Now is the right time for this to happen. Time not for a, but for this change. And yes indeed, the world is watching.

Dienstag, 15. Januar 2008

jeff dunham and peanut

weil die gringos seit ihren erfolgreichen Eroberungszügen gegen die nativen Stammescliquen des frisch eroberten Landstrichs kräftig gegen alles zu Felde ziehen, was nicht bei Drei in Guantánamo Bay ist, haben wir manchmal unsere liebe Not mit diesem Volk. Wir lehnen es genüsslich ab.

Aber genauso wissen wir, dass sie ein paar Dinge auch ganz gut können, eigentlich besser als sonst wer. Zum Beispiel verkaufen und unterhalten, also Hollywood.

Natürlich ist das kein Wunder. Schließlich ist dort jede Drama Class einer Public High School so gut ausgestattet wie ein mittleres deutsches Provinztheater. Und wenn die nicht gerade streiken, haben sie auch die besten Texter und Autoren der Welt, weil sie Kunst nicht mit Kunsthandwerk verwechseln, Dialoge beherrschen und sich noch nie für ihren Pathos geschämt haben (Siegermentalität, s.o.).

Und da uns unser Zeitalter mit dem Segen des kostenlosen TV-on-Demand (vulgo: YouTube) ausgestattet hat, können wir dem auch gemütlich von unserem Schreibtisch aus beiwohnen.

Meine Damen und Herren: Mister Jeff Dunham and Peanut.

Großes Kino.

Dienstag, 18. September 2007

there's lyric in the tube

Die Süddeutsche schreibt am Mi.12.Sep.07 (Literatur/S.16):

An eine Userin. Drehbücher der Zukunft: Verfilmte Gedichte im Internet könnten die Lyrik-Rezeption revolutionieren.

Im Netz entwickelt sich ein neuer Nischen-Trend, lyrische Texte visuell zu inszenieren,

“unverstaubt, modern, als sprachmächtiger Gegenpart zur verrückten Bilderwelt unserer audiovisuellen Unterhaltungsstruktur”.

Die Clips

“könnten die Lyrikrezeption völlig verändern, so wie in den 1980ern Videoclips die Wahrnehmung und Vermarktung von Popmusik revolutionieren: Lyrik ist im Clip nicht länger ‘nur’ auf Worte angewiesen, sondern wirkt wie Kino durch Sound, Stimme und Bilder.”

“Man kann nun einwenden, mit einem Clip werden die sprachliche Macht eines Gedichtes beschnitten und an die audiovisuelle Kultur angepasst. […] doch ist der kulturkritische befürchtete Nebeneffekt, der Leser müsse ‘nicht
länger selbst denken’ [unbegründet]. Denn das muss er sehr wohl, da die Verfilmung ein Gedicht weniger erklärt als ausdeutet und neue Fragen stellt.”

Clipbeispiele findet man unter www.sueddeutsche.de/lyrik

Und einer schonmal vorab hier im Blog:


Donnerstag, 9. August 2007

humboldt repainted

seit vielen jahrzehnten gibt es eine von inter nationes (heute: goethe-institut) herausgegebene kulturzeitschrift namens humboldt, die sich um den kulturellen austausch zwischen deutschland und lateinamerika bemüht und an einen kreis von 20.000 mulitplikatoren zweimal im jahr kostenlos versendet wird. die zeitschrift hat gerade in universitären, intellektuellen und künstlerkreisen ein hohes ansehen.

das geht mittlerweile soweit, dass nun ein brasilianischer maler humboldt selbst zur grundlage seiner arbeiten gemacht hat. blorges staunt:



Donnerstag, 19. April 2007

maradona, de que planeta viniste?

a veces, el tiempo corre en circuitos y regresa con nosotros para hacernos recordar que no hay porque pensar que las cosas tengan que estar así como están. que nada es perpétuo, que nada es firme, que nada es igual.

que la inovación puede acordarnos del pasado y llenarnos de buena voluntad. que el cambio viene del cambiar.

que una pelota pisada por media cancha puede hacernos llorar. antes y ahora.



"¡Genio! ¡Genio! ¡Genio! ta-ta-ta-ta-ta-ta-ta... y Goooooool... Gooooool... ¡Espectacular! ¡Viva el fútbol! ¡Golazo! ¡Diegol! ¡Maradona! Estoy emocionado, perdónenme ustedes... Maradona, en una corrida memorable, en la jugada de todos los tiempos... barrilete cósmico... ¿de qué planeta veniste? Para dejar el camino tan simple, para que el país con el puño apretado, gritando por Argentina... Argentina 2 - Inglaterra 0... Diegol, Diegol, Diego Armando Maradona... Gracias Dios por el fútbol, por Maradona, por estas lágrimas, por este Argentina 2 - Inglaterra 0…”. "


Amén.

Sigue Messi. Y observamos como el tiempo corre en circuitos y regresa con nosotros para hacernos recordar que una pelota pisada por media cancha puede hacernos llorar. antes y ahora.

Mittwoch, 18. April 2007

kitchen beatbox madness

the electro funk daddy superstar break, ladies and gentlemen.

brought to you by tim roth himself (one could think...)

Donnerstag, 12. April 2007

digital ethnography

ich will das jetzt mal unakademisch versuchen, denn ich habe keine lust, mich selbst zu langweilen, aber eins ist doch klar:

das netz hat porn endgültig zu einem substantiellen teil unserer massenkulturen gemacht, wenn auch leider ohne bedeutendes entwicklungspotenzial. es differenziert sich nur aus und wächst in kaum vorstellbarem maße. porn macht mode (auch wenn das französische label SHAI seinen sehr expliziten modekatalog wieder aus dem Netz genommen hat), porn wird studiert, porn wird jederzeit in täglichen 36-häppchen verfügbar konsumiert (diesen link NICHT im büro anklicken) wie eine tageszeitung, besser: wie ein filterkaffee am nachmittag: erleichternd, belanglos, manchmal nötig, schal. und porn ist mindestens so 2.0 wie das netz selber: wir sind porn. es gibt kein drittes anderes, es gibt keine kontrolle, es gibt keine verschwörung.

denn - und das ist der zweite punkt: wir sind die medienproduzenten unser eigenen existenz. wir sind Truman, wir machen die Show. wir sind EdTV, wir sind der minutenaktuelle cnn-journalist, eingebettet in uns selbst.

wird ent-essentialisieren die kunsttradition zweier jahrhunderte, in denen die inszenierung der eigenen biographie ein berufszweig des künstlers oder eine aufgabe des zeugen wurde. wir überführen die notwendige selbstverortung in einem sozialen netz in die simulation einer kommunikation durch die maschine. unser sicherheitsabstand, unser schutzradius von einem zu anderthalb metern, er ist jetzt der bildschirm, die kamera, die tastatur. wir tauschen ihn ein und verlagern das schamgefühl ins nichts. vor einer maschine gibt es keine scham. in diesem sinn ist eine maschine wie ein haustier.

das gesagt, stehen sie schon an der ecke: die ethnographen des digitalen, und beginnen das gebet einer neuen heilsgeschichte.



P.S.: dies ist übrigens kein YouTube-Werbevideo, sondern die arbeit einer forschergruppe. offenbar muss man sich hier für pathos nicht entschuldigen. tatsächlich gibt es schlimmere vergehen als dieses.

also können wir ruhig noch ein kleines webberwonderland-video zeigen. dieses hat sogar einen gewissen didaktischen wert:



ach so, und dass unsere gesellschaft von porn durchsetzt ist, weiss natürlich auch die literatur. da wird im heutigen berlin mitte (dem die duden-redaktion in ihrer neuesten ausgabe verboten hat, von sich selbst als 'szene' zu sprechen) artig in der gebetsmühle gevögelt und ... ach, eigentlich wurde (da: in der literatur) schon immer gevögelt.

Dienstag, 1. August 2006

mac ads für wintel-menschen

kleines update zum eintrag "mac ads auf deutsch".

da bill gates sich entschlossen hat, einen großteil seines unglaublichen reichtums in die bekämpfung von aids und ähnlichen massenepidemien zu stecken, lässt die wut ein wenig nach, die man jahrelang im umgang mit hoffnungslos fehlerhaften windows-OPs kultiviert hat und man sieht ein: gates, dieser graue mann, der uns allen monate unseres lebens geklaut und weiße haare auf die kopfhaut projektiert hat, dieser mann hat verstand und demut. und promt denkt man sich: vielleicht ist die welt doch komplizierter als man dachte. vielleicht ist nicht jeder bös dreinguckende mann, der den ganzen berliner s-bahn-wagen vollschreit, ein hartzIV-irrer. vielleicht ist er ja eine skulptur von ron mueck.

und vielleicht sind macs auch einfach nur computer, deren mäuse erst seit einem jahr zwei tasten haben (gefühlte zwei tasten) und die laptops bauen, die nach ein paar wochen fiese, braune flecken machen. garnich schick.

was lernen wir daraus? macs darf man auch verarschen und am besten gleich linux mit dazu. wer macht das? lustige comedy-jungs aus den usa, die ninja-videos drehen und sich über apples eingebildete "wir können alles und sind soo cuuuuuuuuul"-attitüde amüsieren.

  • truenuff tv!


  • also, steve jobs, mr. "one more thing": bau gute rechner und sachen, die halten. sonst klaust du uns nachher noch viele arbeitsstunden und am ende gar lebenskraft! ganz abgesehen von dem ungeheuren geld, was du uns abknüpfst, um es dann vielleicht für ipod-geschädigte rheumakranke zu spenden und von der kirche heilig gesprochen zu werden.

    Montag, 10. Juli 2006

    mac ads auf deutsch

    für alle, die es aus autobiographischen oder ideologischen gründen ablehnen, sich mit der englischen sprache auseinander zu setzten, hier ein link zu den neuen werbefilmchen von apple, die es jetzt auch auf deutsch gibt. die übersetzung holpert manchmal ein wenig, alles ist nicht so ganz auf den punkt gebracht wie im original (deswegen werden auch für alle zeiten literarische übersetzungen etwas völlig anderes bleiben, als es synchronisationen je sein könnten). aber unterhaltsam sind sie trotzdem und wer mich jetzt schelten möchte, weil ich hier so unverfroren für apple (auch nur ein narzisstischer weltkonzern) in die bresche springe, ja der kauf sich halt einen lidl-rechner und freue sich am gesparten geld.

    apple-werbeclips auf deutsch

    (breitband-leitung wie immer zu empfehlen)

    und ja, ich werde auch noch was zur wm schreiben, aber erst, wenn die fahnen eingerollt sind.

    Montag, 29. Mai 2006

    navidad

    and now, for something completely different...

    estamos en tiempo de primavera, pero con condiciones climáticas más bien otoñeras, para no decir: hace un frio que te cagas. bueno, no, no te cagas, pero es un chiste este mood-swing constante de nuestros cielos...que le vamos a hacer...decidieron dejar caer toda la lluvia y hasta la más fuerte tormenta ahora para que en dos semanas todo brille y luzca cuando empezará la copa por estas tierras.

    y como los tiempos no son para sentirse en verano, igual nos sirve mirar hacia atrás (o adelante, como quieran) y recordarnos una vez más de la linda navidad. podría ahora hablar de las maravillas de la "weihnachtsgeschichte" (ya que éste pretende ser un blog literario), pero los dejo nomás con un lindo video (el segundo en este blog) para que se diviertan.

    buen día y buenas noches,

    papa noel (aka: blorges)



    esta cosa está hecha por: la red demo. compañias creativas.

    Montag, 8. Mai 2006

    phisch - independent film release aus potsdam

    voller stolz berichtet blorges heute von einem neuen stern am independent film himmel zentraleuropas (wir sind alle mitte, irgendwo).

    phisch, das neueste, ja sogar: das ERSTE produkt aus der talentschmiede im herzen der stadt, der famosen wg b68! hier, wo sich fuchs und hase ihre gute-nacht-raketen basteln und ein examenswunder nach dem nächsten fabriziert wird, hier, wo sternenklare gedanken auf sonnendurchflutete räume treffen, HIER: im epizentrum einer neuen kulturdynastie (ja, es gibt auch andere, die sind auch gut, ist klar, love generation, baby), also: hier ist etwas neues entstanden.

    ein schöner, kleiner film.

    trotz höchst unsicherer rechtslage (urheberrecht, geschütztes trademark, fussball-wm 2006, etc.) ist es blorges (unter einsatz aller zur verfügung stehenden usw.) sogar gelungen, eine kopie dieses einmaligen werks zu stibitzen und hier der welt erste EXKLUSIVE fotos zu präsentieren. so sei es dann angerichtet.

    Titel: Das große Fressen. Teil 1: Die Milchkuh.
    Laufzeit: 0:55 Min.
    Format: 16:9, WMV, 3,3MB
    Ton: Mono Surround
    Offizieller Release: 24h-Kino auf WG Homepage

    Donnerstag, 4. Mai 2006

    new mac ads

    ich hab es ja nicht so mit product placement oder schleichwerbung, aber gut ist gut und apple macht nicht wirklich alles besser (nicht alles), aber sie machen das meiste geschickter (ausnahmen: "textedit" und in teilen "mail").

    and they relax better: getamac werbespots