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Freitag, 19. Dezember 2008

relationales Denken bei Humboldt

Aus Alexander von Humboldts Examen critique:

Alles was zur Bewegung anregt, möge die bewegende Kraft sein welche sie wolle, Irrthümer, unbestimmte Muthmaßungen, instinktmäßige Divinationen, auf Thatsachen gegründete Schlußfolgen, führt zur Erweiterung des Ideenkreises, zur Auffindung neuer Wege für die Macht der Intelligenz.

Freitag, 30. November 2007

lo mio

lo mio no es la gota que cae sobre la piedra.

lo mio es la gota que cae en el vaso.

y que lo hunde.

Mittwoch, 16. Mai 2007

decent insults for the road

"He has never been known to use a word that might send a reader to the dictionary."
-- William Faulkner (about Ernest Hemingway)

"Poor Faulkner. Does he really think big emotions come from big words?"
-- Ernest Hemingway (about William Faulkner)

"He can compress the most words into the smallest idea of any man I know."
-- Abraham Lincoln

"I am enclosing two tickets to the first night of my new play; bring a friend.... if you have one."
-- George Bernard Shaw to Winston Churchill

"Cannot possibly attend first night, will attend second... if there is one."
-- Winston Churchill, in response

"I've just learned about his illness. Let's hope it's nothing trivial."
-- Irvin S. Cobb

"He is simply a shiver looking for a spine to run up."
-- Paul Keating

"He loves nature in spite of what it did to him."
-- Bette Midler

"He uses statistics as a drunken man uses lamp-posts...for support rather than illumination."
-- Andrew Lang (1844-1912)

"He has Van Gogh's ear for music."
-- Billy Wilder

Freitag, 11. Mai 2007

ein freier mann

heute habe ich diesen satz tatsächlich gesagt. und mich nachher nicht einmal dafür geschämt.

im gegenteil: ich trage jetzt ein rotes t-shirt, das mir bei drei kilo weniger auf der hüfte richtig gut stehen würde. dabei trage ich eigentlich nie rot. und jetzt steht da "universität potsdam" drauf. das "est. 1991" klingt zwar noch etwas bemüht, aber der rest us-college-romantik geht schon in ordnung. so fangen sie alle an, die uni-shops.

und ich fang jetzt mit was anderem an.

mit ein bisschen lehre. mit übersetzeraufträgen. mit freier projektarbeit. mit umzug nach berlin.

und vorher hab ich also gesagt, noch meine examensklausur in der hand:

als student betrat ich das gebäude, als freier mann verlass ich es.


katusch! das war's.

Mittwoch, 9. Mai 2007

freiheit

materielle freiheit ist eine treppe ohne tür.

geistige freiheit ist eine tür ohne treppe.

Dienstag, 20. Februar 2007

ein kleiner rest

an ihr ist sprache.
sie klebt wie teig aus sehnen an uns fest.
und atmet still. und wächst.

sachte legt sie wörter fest und fester
und nichts steht außer ihr allein für sich.
wie ein muskel, der gereizt
auf alles reagiert.

an uns ist sprache.
ein kleiner rest.
wie teig aus sehnen
wächst er fester.

Freitag, 19. Januar 2007

14471.blogspot.com

14471.blogspot.com ist mein literarischer bolzplatz. ein halbwegs umzäunter datenacker für den digitalen müßiggang. ein hochkoloriertes schlachtfeld aus zitaten, werkstatt-texten, reisefotos von netzvoyagen und eintäglichen zeitgeistfliegen.

14471.blogspot.com ist das unregelmäßige kalenderblatt eines sprunghaften querlesers, in dem langsam die erkenntnis reift, das ihn nicht genug texte wirklich überzeugen. mit gleichem tempo wächst die einsicht, das die eigenen keineswegs besser sind.

die frage, die bleibt, ist: an was hält sich das schreiben - heute noch - fest? und an was das lesen?

und durch was lässt sich der anschwellende stillstandsblues aufhalten, übertönen, besser noch: überflüssig machen? nochmal von null anfangen ist im zeitalter der uferlosen reproduktion des kunstwerks von vorneherein auszuschließen.

wo fangen wir also an?

Donnerstag, 4. Januar 2007

nachts aufwachen und denken:

träumen ist, wenn aus gedanken räume werden.

(eigentlich vom 12.11.2006)

Freitag, 7. April 2006

stumm ist die nacht

der abend klingt aus und nach. es ist sturm im glas, aus dem wir trinken. am wenigsten stört die dissonanz, sie kennt uns gut genug. es ist dieser bodensatz, der bleibt, weinsteinrote brocken einsamer enttäuschungen. wir teilen auch so schon alles miteinander, warum dann nicht auch das.

heute ist es nicht leicht, da zu sein, wo das "für Dich" ungeduldig auf mich wartet. 

unsere uhr ist ein pendel. wenn es schlägt, dann aus und früh die stunde deines abschieds, der nicht mein morgen ist. wenn am abend deine geschichten in mein ohr tröpfeln, dann schlägt es frisch an meine schläfe. uhrenzeiger drängeln stur nach vorn.

der abend klingt jetzt aus und stumm ist die nacht. nach all den kleinen reden.

Montag, 20. März 2006

gewohnheit: bleistift

so wie mit den ritualen verhält es sich auch mit ihren kleinen schwestern, den gewohnheiten. sie tendieren dazu, sich zu sammeln, sich langsam einzuschleichen und erst nach mehrfacher, teils jahrelanger praxis als das zu erweisen, was sie sind: mechanismen der vergewisserung. strategien einer gewissen absicherung gegenüber, besser: findung einer haltung zu den dingen.

so auch hier: überschreibungen, glossen, kommentierung.

am objekt: buch.

gewohnheit (ich habe sie gerade an mir festgestellt): nur mit bleistift. angemessene farbe. der bleistift gehört zur gleichen familie wie die schwarze druckertinte. der kuli verhält sich dazu wie die zugeheiratete tante, die sich nur für das erbe, nicht für das eigentliche interessiert. die sich zudem (vor allem in blau!) viel zu sehr aufdrängt. kulis suggerieren abschluss und endgültigkeit und verleiten uns dabei zu einer täuschung über uns selbst. so sind mir in blau meine randbemerkungen eher peinlich und im allgemeinen gelingt es, dieses völlig überflüssige gefühl zu vermeiden. also bleistift.

Montag, 6. März 2006

gedankenstau im themenkreuz

seit wochen kämpft mein hirn um die vergabe des offiziellen themas meiner in den kommenden sechs monaten zu schreibenden magisterarbeit. überall steht literatur auf dem eingangsschild und überall komme ich wieder enttäuscht raus und schaue mich um nach dem nächsten salon. es ist zum verzweifeln.

literatur zu lesen ist eins, sie zu sezieren und sich dabei während des zeitraums von einem halben jahr nicht überflüssig vorzukommen, etwas ganz anderes.

Samstag, 4. März 2006

mexico

méxico, qué lindo eres! méxico, hermosa tierra del nopal, caliente y herido como el pecho de una madre joven, tu que reclamas en silencio. méxico, tan lejos de mi alcanze como agua potable en el mar.

méxico, tu nunca quisiste sin querer, tu que te mueres por un grito y que te alzas por perder. méxico, cielo de decepciones, tierra del prometer.

méxico, aguila que eres y ave que te crees.

Dienstag, 14. Februar 2006

da draußen (sind grenzen)

gerade kommt ein frisch gewürzter tip durch den äther. blogs aus dem norden. aus borderland. where the polleros laufen, über dühnen, über unbewohnte berge voller leere. voller tod. voller drucksensibler bodenwellen, die in den zentralen lichter zum leuchten bringen, motoren zum heulen und menschen zum rennen.

in borderland, there runs a myth that you can cross where no one has crossed before. you can cross to what they call a fragile sense of freedom. freedom to be purchased. freedom to be persued.

to literatos, that means, a lot of space (d.h. der unbewohnte), auf dem es sich zu schreiben lohnt. zu kratzen und zu sprayen. stickie goes to hollywood and even beyond that.

stickie klebt auf grenzzaunstacheln und reißt sich nur mit mühe los, denn bis zum nächsten erntefeld ist es noch ein stück.

Sonntag, 22. Januar 2006

politisch korrekt träumen

zwei szenen aus dem letzten traum:

ich bin ein schwarzer high-school absolvent und sitze ziemlich frustriert auf dem langen, aber schmalen balkon meiner schule, die den blick freigibt auf einen großen see im besten sommerwetter. am anderen seite des ufers liegt ein beschauliches dorf und ich sehe eine menge schüler, die dort auf einer straße erleichtert und zukunftsfroh dahin laufen. in eine bestimmte richtung, die mir unbekannt ist.

um mich herum gute stimmung. vor mir verabschiedet sich ein großer, etwas schwerfälliger kerl von drei freunden, die er wohl nie mehr wieder sehen wird. man verhält sich kollegial und produziert szenen loser kameradschaft. ich werde ignoriert und schere mich nicht um die jungs. an der gruppe will ein älterer und klug wirkender schüler vorbei, der an einem arm von dem schwerfälligen kerl zur verabschiedung festgehalten wird. dort, wo er ihn festhält, ist nur stoff, offenbar ist sein linker arm verkrüppelt. der dicke hält den ärmel betont lange fest und sagt, so dass es alle um ihn herum hören:

"hey, ich wollte dich das ja schon immer mal fragen. was ist eigentlich mit deinem arm passiert? bevor du jetzt gehst und wir uns nicht mehr wiedersehen..."

der ältere setzt distanziert aber ruhig zu einer antwort an. mittlerweile haben sich zwei neugierige mädchen dazu gesellt und wollen von dem klugen krüppel hören, was er denn eigentlich hat. ich springe wütend auf, schubse mich an dem dicken vorbei und mache ihn an: "das passt dir gerade so in den kram. jetzt nochmal schön ausfragen, aber sonst interessiert er dich einen dreck, was?" betretenes schweigen, das ich schon kaum mehr mitbekomme.

auf meinem weg raus aus der schule (sie ist so gut wie leer), treffe ich auf ein junges schwarzes paar (schöne, schlanke mutter) mit ihrer kleinen tochter. die mutter fragt mich zu der schule und erläutert mir kurz, was ihr denn wichtig sei und was nicht. ich setze zu einer antwort an und bin froh, etwas gutes über meine schule sagen zu werden. ihre tochter unterbricht uns, nicht vorlaut aber bestimmt.

"ich will, dass mein lehrer sagt 'schwarz', wenn er meint 'schwarz'. dass ich gemessen werde, an dem, was ich tue. nicht an dem, der ich bin. ich will guten unterricht und ehrliche schüler."

sie sagt dies so, als hätte es ihr jemand beigebracht. aber sie glaubt es auch. sie ist ernst und überzeugt. sie ist ein stolzes, junges, schwarzes mädchen.