Freitag, 31. Oktober 2008

Montag, 17. März 2008

the medium is the message

Borges war ein elitärer Schriftsteller und wird es bleiben, sofern man das wertfrei sagen kann. Er wandte sich an die, die ihm zuhören mochten, und scherte sich nicht um die anderen. Vielleicht ist das der Schlüssel zu seiner Doppelköpfigkeit, wie sehr es sich auch lohnen mag, Borges im Licht der Computerbildschirme zu studieren: Er scherte sich nicht, während sich das Internet gefräßig um alles und jedes schert, auch das Blödeste und Niedrigste. Dafür brauchen wir es, gewiss, und offenbar wollen wir es sogar und sind also selbst schuld: aber zugleich entfernen wir uns von der Möglichkeit zur Versenkung, die vor der Ankunft dieses konzentrationstötenden Mediums einmal existierte.

Paul Ingendaay, F.A.Z. vom 12. Februar 2008, S. 31

Samstag, 15. März 2008

how to: leben (allgemein)

ich arbeite jeden tag zehn bis zwölf stunden, gehe jeden tag ins café, treibe keinen sport und schreibe nur, was ich selber gerne lese. ich versuche, nie länger als eine woche an einem ort zu sein, mein vorbild sind die todeswandfahrer, die früher auf rummelplätzen aufgetreten sind, als es noch kettenkarussells und schiffsschaukeln gab. ich fragte mich: wie schaffen die es nur, nicht abzustürzen? bis ich im physikunterricht lernte, dass die zentrifugalkraft stärker sein muss als die zentripetalkraft.

das ist alles worauf es im leben ankommt.

henryk m. broder, cicero 5/2007

Freitag, 7. März 2008

Yes, the U.S. can.



This is not just eloquent rethorics. This is new and inspiring leadership. This is a chance to regain confidence in a country and its governance that has done everything to spoil it. Now is the right time for this to happen. Time not for a, but for this change. And yes indeed, the world is watching.

Dienstag, 22. Januar 2008

Zum Jahr der Mathematik

Die Geistesarbeit zeigt sich in ihrer erhabensten Größe da, wo sie, statt äußerer materieller Mittel zu bedürfen, ihren Glanz allein von dem erhält, was der mathematischen Gedankenentwickelung, der reinen Abstraction entquillt. Es wohnet inne ein fesselnder, von dem ganzen Alterthum gefeierter Zauber in der Anschauung mathematischer Wahrheiten, der ewigen Verhältnisse der Zeit und des Raumes, wie sie sich in Tönen und Zahlen und Linien offenbaren.
Alexander von Humboldt, Kosmos, Bd. II, S. 394 (S. 382 nach der Neu-Ausgabe, Eichborn 2004)

Versehen mit einer Fußnote (von Alexander) zu Wilhelm von Humboldts gesammelten Werken, Bd. I, S. 11.

Mittwoch, 16. Januar 2008

y el cuento se acabó

JUANJO IBÁÑEZ (España): “Desinencia” (19 palabras)

Cuando estaba escribiendo el cuento más breve de su vida, la muerte escribió otro más breve todavía: ven.
herausgefischt und aufgelesen vom Großmeister der microrrelatos David Lagmanovich.

dieser post ist ein update zu

nanoficción - microrrelato

Dienstag, 15. Januar 2008

jeff dunham and peanut

weil die gringos seit ihren erfolgreichen Eroberungszügen gegen die nativen Stammescliquen des frisch eroberten Landstrichs kräftig gegen alles zu Felde ziehen, was nicht bei Drei in Guantánamo Bay ist, haben wir manchmal unsere liebe Not mit diesem Volk. Wir lehnen es genüsslich ab.

Aber genauso wissen wir, dass sie ein paar Dinge auch ganz gut können, eigentlich besser als sonst wer. Zum Beispiel verkaufen und unterhalten, also Hollywood.

Natürlich ist das kein Wunder. Schließlich ist dort jede Drama Class einer Public High School so gut ausgestattet wie ein mittleres deutsches Provinztheater. Und wenn die nicht gerade streiken, haben sie auch die besten Texter und Autoren der Welt, weil sie Kunst nicht mit Kunsthandwerk verwechseln, Dialoge beherrschen und sich noch nie für ihren Pathos geschämt haben (Siegermentalität, s.o.).

Und da uns unser Zeitalter mit dem Segen des kostenlosen TV-on-Demand (vulgo: YouTube) ausgestattet hat, können wir dem auch gemütlich von unserem Schreibtisch aus beiwohnen.

Meine Damen und Herren: Mister Jeff Dunham and Peanut.

Großes Kino.

Montag, 24. Dezember 2007

mimesis

fotografier mir Philosophie

und ich schreib dir einen Baum.



Frohe Weihnachten.


Dienstag, 18. Dezember 2007

romantic walking

das passiert, wenn man eigentlich auf der suche nach einer interessanten block-navigation ist (hätte ich jetzt ein beispiel, würde es diesen eintrag garnicht geben), auf der seite eines hervorragenden designers landet, von da in alle möglichen subprojekte abstürzt, um dann doch wieder im eigenen kiez zu enden (man beachte übrigens die wunderbare ansage rechts unten: "Es wurden keine Nachbarn in Berlin gefunden"), nicht ohne vorher auf ein neues web-immer-eins-mehr-als-du projekt (oller schenkelklopfer der riesenmaschine, aber immer wieder gut) zu treffen:

toonpool, eine art flickr für comiczeichner mit etwas gewöhnungsbedürftiger optik, aber gut für einen knaller dann und wann (s.o.).

Samstag, 1. Dezember 2007

home is where the fishes are


Mehr von diesen großartigen Strips gibts bei http://xkcd.com/